Alberto Morillas ist ein 1950 in Sevilla geborener Spanier, der sein gesamtes Berufsleben für das Genfer Unternehmen Firmenich arbeitet. Er komponierte CK One, Acqua di Giò, Kenzo Flower und Gucci Bloom. Würde man die verkauften Flakons zählen, wäre er kommerziell der erfolgreichste Parfümeur seiner Generation.
Von Sevilla nach Genf
Er wuchs in der Schweiz auf, wohin seine Familie gezogen war. Er studierte bildende Kunst und kam über Firmenich zur Parfümerie, wo er im Labor begann.
Er blieb mehr als ein halbes Jahrhundert bei einem einzigen Unternehmen. In einer Branche, in der Parfümeure ihre Häuser wie Fußballer ihre Vereine wechseln, ist das ungewöhnlich.
CK One und das Jahr 1994
Der Duft, den er gemeinsam mit Harry Fremont kreierte, veränderte den Markt. Er wurde in einer apothekenartigen Flasche verkauft, kostete zehn Dollar und war geschlechtsneutral.
Heute klingt Unisex selbstverständlich. 1994 war es ein provokanter Schritt, dem die gesamte Kategorie in den folgenden zwanzig Jahren folgte.
Acqua di Giò und die neunziger Jahre
Zwei Jahre später entstand für Giorgio Armani ein aquatischer Duft, der den Klang des gesamten Jahrzehnts prägte. Meeresfrische, Rosmarin und Jasmin.
Acqua di Giò ist seit 1996 in den Ranglisten der meistverkauften Herrendüfte vertreten. Nur wenigen Dingen gelingt es, dreißig Jahre lang relevant zu bleiben.
Seine Handschrift: weiße Moschusnoten und Licht
Morillas erkennt man an drei Dingen. An weißen Moschusnoten, die einen Duft sauber und weich machen. An Transparenz, also dem Eindruck, dass der Duft leicht ist, obwohl er lange hält.
Und drittens: Nichts zieht ihn nach unten. Keine schweren Basisnoten, keine schmutzigen Akkorde. Selbst wenn er eine Blüte komponiert, lässt er sie luftig wirken.
Was er noch kreiert hat
Kenzo Flower aus dem Jahr 2000 mit Mohn und Moschus. Bvlgari Omnia Crystalline. Marc Jacobs Daisy. Mugler Cologne. Gucci Bloom mit Tuberose.
Die Liste umfasst Dutzende von Düften. Die meisten Menschen haben mindestens einen seiner Düfte zu Hause, ohne es zu wissen.
Was du testen solltest, um ihn zu verstehen
Beginne mit CK One. Danach Acqua di Giò. Diese beiden zeigen dir den klaren Akkord, auf dem er seine Karriere aufgebaut hat.
Bei Mrrizz ist interessant, dass Kunden, die blind Proben bestellen, häufig bei zwei oder drei Düften von Morillas landen. Seine Ästhetik gefällt einfach einem sehr breiten Publikum.
Das Profil des Parfümeurs und eine Liste seiner Arbeiten führen dsm-firmenich sowie die Datenbank Fragrantica.
Häufige Fragen
Hat Morillas Bleu de Chanel kreiert?
Nein. Bleu de Chanel stammt von Jacques Polge, dem damaligen Chefparfümeur von Chanel. Dieses Missverständnis kursiert häufig im Internet.
Wie viele Düfte hat er kreiert?
Hunderte. Eine genaue Zahl nennt niemand, da ein Teil seiner Arbeiten nicht öffentlich zugeordnet ist.
Warum sagt man, dass er saubere Düfte kreiert?
Wegen der weißen Moschusnoten und der luftigen Kompositionen. Seine Düfte vermitteln selbst dort den Eindruck frisch gewaschener Haut, wo sie dicht und intensiv sind.
Arbeitet er noch?
Ja, bei Firmenich als Master Parfumeur, und er ist weiterhin an neuen Projekten beteiligt.